
Die Landeshauptstadt Potsdam hat einen neuen Naturschutzbeirat. Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, hat heute in der konstituierenden Sitzung des Naturschutzbeirates den neuen Mitgliedern die
Ernennungskunden übergeben. Somit sind diese für fünf Jahre für die Arbeit im Naturschutzbeirat berufen. Gleichzeitig wurden die bisherigen Mitglieder verabschiedet.
Bernd Rubelt sagt: „Der Naturschutz ist eine wichtige Säule für die Lebensqualität der Potsdamer Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste unserer Stadt. Umso mehr danke ich den ausscheidenden Mitgliedern des Beirats für ihre wertvolle Unterstützung unserer Naturschutzbehörde. Ihre fachliche Expertise war in zahlreichen naturschutzrechtlichen Belangen äußerst hilfreich. Ich freue mich, dass auch der konstituierte Naturschutzbeirat in seiner Zusammensetzung viele relevanten Fachdisziplinen abbildet. Vor dem Hintergrund von Klimawandel und erhöhtem Nutzungsdruck auf Natur und Landschaft hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit, damit wir weiterhin gemeinsam Fehlentwicklungen entgegenwirken und umsetzbare Lösungen aufzeigen können!“
Die Neuberufung ist notwendig, da im Dezember 2024 die fünfjährige Amtsperiode des Naturschutzbeirates endete. Der Hauptausschuss hat die von der Verwaltung vorgeschlagenen Mitglieder für den neuen Naturschutzbeirat in der Sitzung am
8. Januar 2025 bestätigt. Auf der Grundlage von § 35 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetz – BbgNatSchAG ist zur Vertretung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege und zur wissenschaftlichen und fachlichen Beratung bei der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam ein Naturschutzbeirat zu bilden. In den Beirat sind Bürgerinnen und Bürger zu berufen, die im Naturschutz und in der Landschaftspflege besonders fachkundig und erfahren sind.
Die berufenen zehn Bürgerinnen und Bürger erfüllen diese Anforderungen hinsichtlich Fachkunde, guter Ortskenntnisse und einer längeren, erfolgreichen Tätigkeit im Naturschutz und in der Landschaftspflege. Es konnten alle Bewerbenden für den Berufungsprozess von der Unteren Naturschutzbehörde vorgeschlagen werden.
In der zurückliegenden fünfjährigen Amtsperiode gab es durch den Naturschutzbeirat fachliche Unterstützung bei zahlreichen Entscheidungen der Naturschutzbehörde zu beantragten Baumfällungen, Niststättenbeseitigungen, Beeinträchtigungen von streng geschützten Arten oder Eingriffen in Naturschutzflächen oder geschützte Biotope. Darüber hinaus wurden Vorschläge für geeignete Kompensationsmaßnahmen beurteilt oder unterbreitet. Besondere Schwerpunkte waren dabei der Umgang mit Alteichen, die vom Heldbock-Käfer besiedelt sind sowie der Erhalt von Altbaumbeständen, die eine wichtige Rolle für Höhlenbrüter und Fledermäuse spielen. Neben den schon aufgeführten Themen spielt zukünftig sicher weiterhin die Freizeitnutzung in Schutzgebieten und siedlungsbezogenen Grünflächen, insbesondere im Bereich der Gewässer, eine ganz zentrale Rolle. Unter dem stetig steigenden Nutzungsruck leiden beispielsweise geschützte Uferbereiche und Tierarten, die hier ihre Lebensräume haben.
Mitglieder des künftigen Naturschutzbeirats
- Franz Beusch* Dipl. Ing. Gartenbau, Dipl. Ing. Landschaftsplanung, ökologische Baubegleitung
- Susan Fischer* Dipl. Ing. Landeskultur und Umweltschutz, einschlägige berufliche Erfahrungen insb. zum Artenschutz, umweltfachliche Prüfungen, bisherige Vorsitzende
- Uwe Peschke* Dipl. Forstingenieur, umfangreiche Kenntnisse der Waldökologie im regionalen Kontext, seit 1999 im Naturschutzbeirat
- Steffen Zahn* Dipl. Fischereiingenieur, NABU, seit 2004 im Naturschutzbeirat, umfassende Kenntnisse zur Gewässerökologie
- Tanja Mutschischk* selbständig im Garten- und Landschaftsbau, blaugrüne Infrastruktur, zertifizierte Baumkontrolleurin
- Georg Wild* Dipl. Biologe, einschlägige Berufserfahrung zu größeren Eingriffsvorhaben und wasserrechtlichen Bezügen
- Dr. Matthias Wichmann* Dipl. Biologe, einschlägige Berufserfahrung bei der Leitung von Naturschutzgroßprojekten
Stellvertretende Mitglieder des künftigen Naturschutzbeirats
- Dr. Ulfrid Mattig Oberstudienrat im Ruhestand –Biologie und Geografie, Stadtentwicklung und Stadtökologie
- Roland Mascherek Medientechniker und Archivar, einschlägige ehrenamtliche Erfahrung im Bereich der Vogelkunde
- Steffen Tervooren Dipl.-Ing. Landschaftsplanung, Geodatenverarbeitung, langjährige Erfahrung in der Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde, Vernetzung zum Denkmalschutz
*bereits von 2020 bis 2024 als Mitglied oder stellvertretendes Mitglied im Naturschutzbeirat